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Wozu eigentlich Buchführung?

Für eine ordentliche Buchführung gibt es drei vernünftige Gründe:

1. Eigennutz und Eigenschutz

Jeder Unternehmer, jede Unternehmerin benötigt für Entscheidungen den Überblick. Konsequente Buchführung zeigt zum Beispiel, ob das Unternehmen morgen noch existieren kann oder nicht. Sie zeigt aber auch tagesaktuell, was an Forderungen und Verbindlichkeiten offen ist, was für Werte im Unternehmen stecken, wofür Geld ausgegeben wird. Selbst kleine und mittlere Unternehmen haben bereits so viele einzelne Geschäftsvorfälle, dass kein Mensch diese komplett im Kopf haben kann. Ein Blick in die Buchführung, und schon lässt sich das ganze Unternehmen besser beurteilen.

Schließlich haben auch Mitarbeiter und Arbeitnehmervertretungen ein Eigennutz- und Eigenschutz-Interesse: Sie wollen zu Recht wissen, wie erfolgreich sie sind und wie sicher ihr Arbeitsplatz ist.

2. Staatliches Begehren

Der Staat und jede andere Form organisierten Gemeinwesens ist darauf angewiesen, dass den Aufwendungen für die Allgemeinheit auch Einkünfte gegenüberstehen. Das sind die Steuern. Und damit nach Recht und Ordnung besteuert werden kann, sind schon vor langer Zeit Buchführungspflichten gesetzlich geregelt worden.

So heißt es bereits im preußischen Allgemeinen Landesrecht des Jahres 1794:
"Ein Kaufmann, welcher entweder gar keine ordentliche Bücher führt, oder die Balance seines Vermögens, wenigstens alljährlich einmal zu ziehen unterläßt, und sich dadurch in Ungewißheit über die Lage seiner Umstände erhält, wird bey ausbrechendem Zahlungsunvermögen als fahrlässiger Bankerutierer bestraft."

Dieser Auszug zeigt noch eine andere Seite des staatlichen Begehrens, nämlich die Sorge um das Wohl aller Bürger. Womit wir zum dritten Punkt kommen:

3. Schutz der Gläubiger, Geschäftspartner und Kunden

Gläubiger und Kapitalgeber sind darauf angewiesen, wahrheitsgemäß über den Stand des Unternehmens informiert zu werden. Banken verlangen das in der Regel bereits in außerordentlich regelmäßiger und ausführlicher Form. Auch Lieferanten haben ein berechtigtes Interesse, ihre Forderungen aus Lieferungen und Leistungen geschützt zu wissen. Geschäftspartner wollen zum Beispiel sicher gehen, dass Lieferzusagen über einen gesamten Vertragszeitraum eingehalten werden können. Und schließlich muss ein Kunde darauf vertrauen können, dass zumindest Gewährleistungspflichten erfüllt werden.