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Pflichten

Die Pflicht zur Buchführung

Neben dem Eigeninteresse des Unternehmers sind letztendlich entscheidend die Interessen des Staates an einer geordneten Buchführung, formuliert in gesetzlichen Vorschriften. Die Pflicht zur Buchführung ist in unterschiedlich hohem Grad festgeschrieben. Für Unternehmen, die, egal in welcher Gesellschaftsform, im Handelsregister eingetragen sind, gelten die Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches. Im Übrigen werden alle im Handelsregister eingetragenen Personen, Unternehmer oder Vertreter eines Unternehmens als ordentliche oder Voll-Kaufleute bezeichnet und gewertet.

Buchführungspflicht nach Handelsrecht

"Jeder Kaufmann ist verpflichtet, Bücher zu führen und in diesen seine Handelsgeschäfte und die Lage seines Vermögens nach den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung ersichtlich zu machen."

"Die Buchführung muss so beschaffen sein, dass sie einem sachverständigen Dritten innerhalb angemessener Zeit einen Überblick über die Geschäftsvorfälle und über die Lage des Unternehmens vermitteln kann. Die Geschäftsvorfälle müssen sich in ihrer Entstehung und Abwicklung verfolgen lassen."

§ 238 HGB

Das Handelsgesetzbuch enthält natürlich noch weitere und präzisierende Bestimmungen zur Buchführung. Auch zur Bilanzierung und zur Form der Offenlegung von Unternehmensdaten bestimmter Gesellschaftsformen weist das HGB ergänzende Bestimmungen auf.

Das Handelsgesetzbuch in seiner aktuellen Fassung finden Sie im Internet unter

www.gesetze-im-Internet.de

Hinter dieser Adresse steckt die Plattform Juris des Bundesministeriums der Justiz, die jeweils die aktuellste Fassung mit allen Ergänzungen zur Verfügung stellen sollte. Trotzdem wird auf der Website darauf hingewiesen, dass die Versionen nicht amtlich sind. Amtlich sind nur die Veröffentlichungen des Bundesgesetzblattes in Papierform. Die Website des Bundesgesetzblattes finden Sie unter

www.bgblportal.de

Diese Website wird vom Bundesanzeiger-Verlag betrieben, der kostenlos lesen lässt, für Downloads oder Papierformsendungen jedoch Geld verlangt.

Nach Paragraphen geordnet und offensichtlich auch aktuell gepflegt, finden Sie die Bestimmungen des Handelsgesetzbuches auch unter auf den Seiten der Patentanwälte Gille und Kollegen unter

www.handelsgesetzbuch.de

Verständlicher wird die Sprache der Gesetzgeber jedoch durch einschlägige Kommentare. Solche finden Sie zum Handelsgesetzbuch unter

www.jusline.de/Handelsgesetzbuch_(HGB).html

Die Buchführungspflicht trifft selbstverständlich nach spezifischen Regelungen auch alle im Genossenschaftsregister und im Vereinsregister eingetragenen.

Darüber hinaus müssen Gewerbetreibende auch ohne Handelsregistereintragung die steuerlichen Bestimmungen der Abgabenordnung beachten.

Buchführungspflicht nach Steuerrecht

"Wer nach anderen Gesetzen als den Steuergesetzen Bücher und Aufzeichnungen zu führen hat, die für die Besteuerung von Bedeutung sind, hat die Verpflichtungen, die ihm nach den anderen Gesetzen obliegen, auch für die Besteuerung zu erfüllen.

Gewerbliche Unternehmer sowie Land- und Forstwirte, die nach den Feststellungen der Finanzbehörde für den einzelnen Betrieb Umsätze einschließlich der steuerfreien Umsätze, ausgenommen die Umsätze nach § 4 Nr. 8 bis 10 des Umsatzsteuergesetzes,

  • von mehr als 350.000 Euro (ab 1. Januar 2007 500.000 Euro) im Kalenderjahr oder
  • selbstbewirtschaftete land- und forstwirtschaftliche Flächen mit einem Wirtschaftswert von mehr als 25.000 Euro oder
  • einen Gewinn aus Gewerbebetrieb von mehr als 30.000 Euro (für Wirtschaftsjahre, die nach dem 31.12.2007 beginnen: 50.000 Euro) im Wirtschaftsjahr oder
  • einen Gewinn aus Land- und Forstwirtschaft von mehr als 30.000 Euro (für Wirtschaftsjahre, die nach dem 31.12.2007 beginnen: 50.000 Euro) im Kalenderjahr gehabt haben,

sind auch dann verpflichtet, für diesen Betrieb Bücher zu führen und auf Grund jährlicher Bestandsaufnahmen Abschlüsse zu machen, wenn sich eine Buchführungspflicht nicht aus anderen Gesetzen ergibt (sog. derivative Buchführungspflicht)."

§ 140 und 141 AO (Abgabenordnung)

In der Abgabenverordnung sind die Bestimmungen noch durch eine kleine Androhung wirkungsvoll ergänzt: Falls die Buchführung nicht den Anforderungen entspricht und Unterlagen fehlen, kann nach § 162 die Finanzbehörde die Besteuerungsgrundlagen schätzen.

 

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