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Die Bilanz - das gläserne Studio jedes Kaufmannes

Die Bilanz ist die Krönung der doppelten Buchführung. Sie stellt auf der einen Seite die Vermögenswerte des Unternehmens dar, die Aktiva. Das sind alle Werte, die ein Unternehmen "aktiv" einsetzen kann, egal, ob sie aus eigenem oder fremdem Kapital stammen. Auf der anderen Seite zeigt eine Bilanz die Finanzierung, die Herkunft des Kapitals.

Aktiva Passiva
Formen des Vermögens;
Anlage- und Umlaufvermögen;
Wie wurden Finanzmittel eingesetzt?

Quellen der Finanzierung;
Eigenkapital, Fremdkapital;
Woher stammen die Mittel?

   

Die Summe der linken Seite einer Bilanz ist immer identisch mit der Summe der rechten Seite. Eine Bilanz muss also zwangsläufig ausgeglichen sein.

Aktivseite (Mittelverwendung) = Passivseite (Mittelherkunft)

Jede Bilanz fasst eine Menge von Vermögensgegenständen zu einzelnen vorgeschriebenen Bilanzpositionen zusammen. Früher gab es zur Bilanzierung keine festen Regeln. Diese haben sich erst im Laufe der Geschichte der doppelten Buchführung herausgebildet. Für große und mittlere Kapitalgesellschaften sowie einige Formen der Personengesellschaften schreibt das Handelsgesetzbuch heute Bilanzpositionen vor (ab § 264 HGB). Die einzelnen Positionen sind nach Gruppen gegliedert und absteigend sortiert:

. Aktivseite, sortiert nach Liquidität (Flüssigkeit):
Anlagevermögen (Immaterielle Vermögensgegenstände, Sachanlagen, Finanzanlagen) und Umlaufvermögen (Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände, Wertpapiere, Kassenbestand, Guthaben bei Banken, Schecks). Vermögensgegenstände, die sich am schwersten in Bargeld wandeln lassen, stehen oben. Diejenigen, die dem Bargeld am nächsten kommen, stehen unten.

. Passivseite, sortiert nach Fälligkeit:
Eigenkapital (Gezeichnetes Kapital, Kapitalrücklage, Gewinnrücklagen, Gewinn-/Verlustvortrag, Jahresüberschuss oder Jahresfehlbetrag); Rückstellungen (Pensionen, Steuer, Sonstige); Verbindlichkeiten (Anleihen, Kreditinstitute, Lieferanten etc.); Rechnungsabgrenzungsposten. Kurzfristige Verbindlichkeiten stehen in der Rangfolge unten, Finanzmittel, die längerfristig verfügbar sind, oben.

Nur bei großen Unternehmen fallen alle im Gesetz angeführten Bilanzpositionen an. In der Regel werden nicht in Frage kommende Positionen ausgelassen. Die meisten Bilanzen weisen also wesentlich weniger Punkte auf als im Handelsgesetz vorgesehen.

Jede Seite der Bilanz weist zwei Spalten aus: Jeweils die linke Seite wird als "Soll" bezeichnet, die rechte Seite als "Haben". Da die Bilanzpositionen eine Zusammenfassung von Konten sind, ist die erste Frage der Buchung immer: Auf welcher Seite der Bilanz steht das Konto, wo wird gebucht? Auf der linken Seite der Bilanz wird eine Mehrung links gebucht, also im "Soll", und eine Minderung rechts, also im "Haben". Auf der rechten Seite der Bilanz ist es umgekehrt: Mehrung rechts (Haben), Minderung links (Soll).